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13. Wie entsteht aus einer muskulären Störung ein chronischer Schmerz?
Am Beispiel eines sportlich ambitionierten Radfahrers:
Durch die permanente Fixierung des Fußes in der Pedale kann
nur ein Teil der Oberschenkelmuskulatur für die Zugkraftübertragung
herangezogen werden. Diese Muskelfasern ergeben sich mathematisch
aus dem geometrischen, spiralartigen Verlauf, den nur bestimmte Muskelfaserketten
überhaupt leisten können. Entgegen dem Normalzustand wird durch die
einseitige sportliche Belastung nur ein Teil der Muskelfasern auf
Höchstleistung trainiert, während der restliche Teil eher passiv bleibt. Die Bewegungsbahn ist insgesamt unphysiologisch verändert.
Diejenigen Muskelfasern, die trainiert werden, bauen meist parallel
neue Sarkomere
auf, wodurch sich die absolute Faserlänge i.d.R. verkürzt. Spürbar
wird das durch eine Verhärtung der Muskulatur auch im Ruhezustand,
wie sie bei Bodybuildern extrem häufig ist. Die Muskelgeometrie des
Agonisten/Antagonisten wurde somit fundamental verändert.
An dieser Stelle kommt das Bewusstsein und die Eigenwahrnehmung des Körpers ins Spiel:
Das Gehirn erhält permanent unzählige Informationen über
die Position der Muskeln und damit auch der Position der einzelnen
Knochen. Die Anspannung und die eventuellen Belastungen in den Gelenken
(die im Idealfall immer unbelastet, d.h. kraftfrei arbeiten) werden
permanent gemessen und reguliert. Wird der vom Körper vorgegebene
Schwellenwert überschritten, darf die Bewegung nicht mehr ausgeführt
werden, da der Körper sich sonst selbst verletzten würde. Es erfolgt
ein automatisches Ausweichen auf unsanftere, einfachere Bewegungsmuster.
Sofern auch dies im weiteren Verlauf zu Überbelastungen führt, muss
ein Schmerz die Bewegungsausführung vorab verhindern. Dieser tritt
logisch nachvollziehbar an dem Muskel im Körper auf, der die Überbelastung
verstärkt. Während die eigentliche Störung in der Agonistenkette
durch eine Veränderung der Muskelgeometrie bedingt ist, tritt der
Schmerz an der Stelle der Antagonistenkette auf,
die am effektivsten die krankhaft gestörte Bewegung verhindert.
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