Praxis für ganzheitliche Heilkunde - Dirk Ohlsen Heilpraktiker München       


   
   
   
   

   
   
   

   




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Druckversion Schmerztherapie


13. Wie entsteht aus einer muskulären Störung ein chronischer Schmerz?

Am Beispiel eines sportlich ambitionierten Radfahrers:

Durch die permanente Fixierung des Fußes in der Pedale kann nur ein Teil der Oberschenkelmuskulatur für die Zugkraftübertragung herangezogen werden. Diese Muskelfasern ergeben sich mathematisch aus dem geometrischen, spiralartigen Verlauf, den nur bestimmte Muskelfaserketten überhaupt leisten können. Entgegen dem Normalzustand wird durch die einseitige sportliche Belastung nur ein Teil der Muskelfasern auf Höchstleistung trainiert, während der restliche Teil eher passiv bleibt. Die Bewegungsbahn ist insgesamt unphysiologisch verändert.

Diejenigen Muskelfasern, die trainiert werden, bauen meist parallel neue Sarkomere auf, wodurch sich die absolute Faserlänge i.d.R. verkürzt. Spürbar wird das durch eine Verhärtung der Muskulatur auch im Ruhezustand, wie sie bei Bodybuildern extrem häufig ist. Die Muskelgeometrie des Agonisten/Antagonisten wurde somit fundamental verändert.

An dieser Stelle kommt das Bewusstsein und die Eigenwahrnehmung des Körpers ins Spiel:

Das Gehirn erhält permanent unzählige Informationen über die Position der Muskeln und damit auch der Position der einzelnen Knochen. Die Anspannung und die eventuellen Belastungen in den Gelenken (die im Idealfall immer unbelastet, d.h. kraftfrei arbeiten) werden permanent gemessen und reguliert. Wird der vom Körper vorgegebene Schwellenwert überschritten, darf die Bewegung nicht mehr ausgeführt werden, da der Körper sich sonst selbst verletzten würde. Es erfolgt ein automatisches Ausweichen auf unsanftere, einfachere Bewegungsmuster. Sofern auch dies im weiteren Verlauf zu Überbelastungen führt, muss ein Schmerz die Bewegungsausführung vorab verhindern. Dieser tritt logisch nachvollziehbar an dem Muskel im Körper auf, der die Überbelastung verstärkt. Während die eigentliche Störung in der Agonistenkette durch eine Veränderung der Muskelgeometrie bedingt ist, tritt der Schmerz an der Stelle der Antagonistenkette auf, die am effektivsten die krankhaft gestörte Bewegung verhindert.

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